Das Buch: Eine Entstehungsgeschichte
Alles begann im September 2008 mit einer Mail von Katharina Geißler von Gallileo Press. Auf die Frage hin, ob ich mir vorstellen könnte, ein Fachbuch zum Thema Webdesign mit Photoshop bei ihnen zu verlegen, musste ich nicht lange nachdenken. Schon seit einiger Zeit spielte ich sowieso mit dem Gedanken, die gleichnamige Schulung auf Photozauber.de auf einen aktuellen Stand zu bringen.
Nach kurzer Absprache mit René, den ich mir als technischen Backup sicherte, folgte dann die Zusage an Galileo.
Phase 1: Vorbereitung
Es folgte eine intensive Zeit der Konzeptfindung. Wen wollen wir ansprechen, was soll vermittelt werden? Im Gegensatz zu vielen anderen Photoshop-Büchern stellte sich uns von Beginn an das Problem, das Photoshop kaum konkrete Werkzeuge zum Gestalten von Screendesigns bietet. Elemente die auf einer Website vorkommen sind keine spezifischen Effekte, sondern die Kombination aus Kreativität und dem beherrschen nahezu aller Standard-Funktionen von Photoshop. Wir hatten also die Wahl, gezielt trendige Stile zu beschreiben oder aber den Versuch zu unternehmen, ein solides Wissen zu Photoshop zu vermitteln und dieses mit den typischen Anforderungen eines Webdesign-Workflows zu verknüpfen. Wir haben uns recht schnell für den zweiten Ansatz entschieden, da wir dem Leser einen dauerhaften Mehrwert vermitteln wollten und kein Standbild der aktuellen, sich aber schnell ändernden Gegebenheiten.
Eine weitere Problematik beim Entwickeln des Konzepts bestand in der Notwendigkeit, für die einzelnen Kapitel und Bereiche, zumindest annähernd, den Umfang festzulegen. Ohne Kenntnisse über den späteren Satzspiegel wahrlich keine einfache Aufgabe. Zudem hatten wir keine Vorlaufzeit in der wir uns lange mit der Thematik hätten beschäftigen konnten, wie es der Fall gewesen wäre, wenn wir den ersten Schritt zum Verlag unternommen und nicht andersherum. Im Nachhinein betrachtet ist es uns jedoch erstaunlich gut, wenn natürlich auch nicht perfekt, gelungen.
Ende Oktober wurde das Konzept nach mehrfachen kleineren Anpassungen verlagsintern abgesegnet und die eigentliche Arbeit am Buch begann.
Mit der Informationsrecherche hat sich die Anzahl der Lesezeichen im Browser sicherlich mindestens verfünffacht- und selbst das ist bestimmt noch untertrieben. Der letztendlich daraus entstandene Pool an Informationen wurde so groß, dass alleine das Durchforsten des Materials gefühlt langer dauerte, als das anschließende Schreiben der Kapitel selbst.
Phase 2: Das Schreiben beginnt
Parallel zur Recherche starteten wir direkt mit dem Kapitel „Bildbearbeitung mit Photoshop CS4 durch“ und gingen dabei auf erste Tuchfühlung mit unserem (zwangsläufig zu verwendenden) „Autorensystem“ Microsoft Word, das uns während des gesamten Projektes ein Dorn im Auge bleiben sollte.
Nichtsdestotrotz folgte Anfang Januar unsere erste gemeinschaftliche Arbeitswoche in Würzburg. Mit dem Kapitel „Raster“ stimmten wir die Zuarbeit von gestalterischen und technischen Inhalten ab und organisierten uns einen optimalen Workflow. Ein klein wenig hinderlich waren hier unsere antrainierten Arbeitszeiten. Während René meist erst Abends ab 22 Uhr beginnt, auf Hochtouren zu laufen, startet bei mir nur wenig später der mentale Abbau. Wir können aber guten Gewissens festhalten: Es kam selten vor, das wir beide zum gleichen Zeitpunkt ausgebrannt waren.
Nachdem dieses Kapitel nach Einsicht von Galileo sowohl formal als auch von Art und Weise des Schreibstils abgesegnet wurde, setzten wir unsere Arbeit an den einzelnen Kapiteln wieder getrennt in München bzw. Halle fort. Die Abstimmung erfolgte nun vorrangig über ICQ und Skype. Ein Hoch hier auf auch auf Subversion, das wir während unseres Projekts optimal ausnutzen konnten (für die Interessierten: Zu Projektschluss sind wir bis zu Revision 242 gekommen).
Phase 3: Schreib-Endspurt
Mit dem Erreichen der Workshop-Kapitel wurde unser näheres Umfeld umso intensiver eingespannt und es folgten ausgiebige Tests bezüglich Verständlichkeit und Korrektheit. Es war sehr erfreulich und auch motivierend, dass ohne Ausnahmebei allen unseren Probanden die Wertschätzung und das Verständnis für die Komplexität von gutem Webdesign gestiegen sind. Es folgten nochmals teils recht massive Anpassungen der Workshops, um sie eingänglicher und informativer zu gestalten.
Um Ostern herum trafen wir uns erneut zu einer Arbeitswoche in Würzburg. Diesmal ging es in erster Linie um ein abschließendes „internes“ Korrigieren und das Aufbereiten der DVD-Inhalte und der Website zum Buch. Im Vergleich zum ersten Treffen war es zumindest für mich entspannter und ich konnte aufgrund meines perfekten Zeitmanagements (*Eigenlob stinkt*) abends auch einmal Schafkopf spielen gehen, während René den Fleißigen mimte.
Phase 4: Korrekturen, Korrekturen und… Korrekturen
Die vorletzte große Hürde vor der Fertigstellung stellte sich mit den vielen Korrekturläufen ein. Gemeinsam mit Katharina Geißler von Galileo Press ergaben sich hitzige Diskussionen bzgl. Umstrukturierung oder Ergänzung von Inhalten. An dieser Stelle auch nochmals ein großes Dankeschön an Manuela Hofmann, die uns als Fachlektorin nochmals einige gute Impulse geben konnte.
Mit der Satzfahne, einem PDF-Dokument welches das spätere Druckergebnis optisch 1:1 simuliert, hatten wir abschließend noch in zwei Durchläufen die Möglichkeit, auf im Satz entstandene Fehler zu reagieren. Dieser Schritt war, wider Erwarten nochmals sehr zeitintensiv, was auch unsere Kunden zu spüren bekamen, die nach Fertigstellung des Manuskripts direkt vor der Satzfahne, bereits wieder ein fester und „unüberspürbarer“ Bestandteil unseres Alltags wurden.
Das Cover gab unseren nackten Buchseiten letztendlich noch ein passendes Kleid. Gemeinsam mit dem Grafiker von Galileo haben wir uns bemüht, aus den vielen entstandenen Ideen ein Cover zu erstellen, das die Inhalte des Buches auf einen Blick vermittelt. Am Ende dieses Artikels findet Ihr zwei Modifikationen bzw. Neuansätze die wir unter anderem vorgeschlagen hatten.



Hallo! Vielen Dank für ein sehr gelungenes Buch! Bin grade auf der Seite 91 (dort ist auch der Link zu webdesign-mit-photoshop.de zu finden) und es geht sehr schnell voran.
Ich habe schon ziemlich lange nach einem Photoshop Buch für Webdesigner o.Ä. gesucht. Das gibt es auch, aber nur einmal, im Englischen und irgendwie aus dem Jahre 1999 oder so.
Nochmals herzlichen Dank!
Schön.
PS. FOrum gibt es hier auch
Hey Vitaliy,
dann hoffe ich einmal, dass das Buch auch über Seite 91 hinaus gefallen wird.
Viel Spaß beim Lesen und Danke auch für das kurze Feedback.
lg Philip